(pm) Im Pergolenhof, der guten Stube des Wehrinselparks, bekommt das „Mädchen mit Wasserkrug“ Gesellschaft. Vis-à-vis soll noch in diesem Jahr eine weitere rekonstruierte Skulptur einziehen, die bisher verschollene „Wassernixe“.
Nachdem das „Mädchen mit Wasserkrug“ anlässlich des 110-jährigen Jubiläums des Ostdeutschen Rosengartens an ihren originalen Standort zurückkehren konnte, folgt nun gewissermaßen ihre „Schwester“: Eine weitere junge Frauenfigur aus der Hand des Cottbuser Bildhauers Walter Adler, die einst zur ursprünglichen Ausstattung des Ostdeutschen Rosengartens gehörte.
Die „Wassernixe“, in manchen Quellen auch als „Nymphe“ oder „Mädchen mit Frosch“ bezeichnet, entstand wie das „Mädchen mit Wasserkrug“ im Vorfeld der Rosen- und Gartenbauausstellung von 1913. Das Original ist heute verschollen. Der letzte bisher bekannte fotografische Nachweis stammt aus dem Jahr 1971.
Nun soll die Skulptur wieder ihren Originalplatz im Pergolenhof einnehmen. Die Rekonstruktion der „Wassernixe“ wird durch eine großzügige private Spende ermöglicht. Die Arbeiten sind bereits in vollem Gange. Der Originalsockel befand sich noch am Ort und hat ein neues Betonfundament erhalten.
Von der Skulptur selbst waren weder Teile noch Formen auffindbar, so dass anhand der wenigen historischen Fotos ein Tonmodell angefertigt werden musste. Dieses wurde inzwischen bemustert und hat überzeugt. Nun wird daraus eine Form gefertigt und die Figur in einem speziellen Betongussverfahren hergestellt.

Wie schon beim „Mädchen mit Wasserkrug“ liegt die Rekonstruktion in den Händen der Firma Stuckhaus Scherf und Ritter aus dem sächsischen Waldenburg.
Bis Ende September 2026 soll die Skulptur fertiggestellt sein. Die passenden Pflanzungen rund um ihren künftigen Standort sollen im Rahmen des 5. deutsch-polnischen Parkseminar am 10. Oktober 2026 erfolgen.
Walter Adler gehörte zu den Künstlern, die das Gesicht des Ostdeutschen Rosengartens in den Anfangsjahren entscheidend mitprägten. Neben den beiden Mädchenfiguren stammen unter anderem der Bärenbrunnen auf der Wehrinsel, der Rosenbrunnen mit Flora am historischen Haupteingang und der Schlangenbrunnen mit dem wasserschöpfenden Knaben aus seiner Werkstatt. Adler selbst erlebte die große Eröffnung der Rosen- und Gartenbauausstellung von 1913 nicht mehr. Er starb bereits am 14. Oktober 1912. Umso schöner ist es, dass seine Arbeiten heute wieder Schritt für Schritt ihren Platz im Park finden.
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